12. Schulwoche: Abends an der Schule

Wie schon öfters geschrieben ist das Kerngeschäft eines Lehrers natürlich der Unterricht nach Stundenplan. Nebst Vorbereitung, Nachbereitung und Administrativem gehören aber auch Lehrerkonferenzen, Elternabende und andere Schulevents dazu. Diese finden erstaunlich häufig und abends statt – also nicht zu Bürozeiten – und diese Woche war ich bei allen dreien davon. Angefangen hat es am Montag mit einer Lehrerkonferenz. Über den Aufwand, den Ertrag und das Verhältnis einer solchen Konferenz wurde schon viel diskutiert. Ursprüngliche Grundidee vor etlichen Jahrzehnten (wenn nicht Jahrhunderten…) wird wohl gewesen sein, sich gegenseitig auszutauschen, Informationen von „oben“ nach „unten“ (oder auch seitwärts…) weiterzugeben und vielleicht auch von der Schulleitung („oben“) her abzutasten, was die Lehrerschaft („unten“) von verschiedenen Idee hält, um nicht gerade wie eine Diktatur Entscheide den Betroffenen aufzudrücken sondern ihnen demokratische Mitbestimmung zu ermöglichen. Das ist an sich eine gute Idee, aber zumindest der Bereich Informationsaustausch würde wohl, wenn Schulen erst heute erfunden werden würden, nicht integraler Bestandteil der im Zuge dessen ebenfalls neu erfundenen Konferenzen sein. Es ist allerdings gut denkbar, dass für eine Abstimmung über einen Antrag der Schülerschaft zur Einführung eines Klassentages auch heute noch so eine Konferenz einberufen würde.

Am Montag war ich aber nicht nur an einer Lehrerkonferenz, sondern auch noch an einem Elternabend. Bei der Vorstellung ist es jeweils interessant zu sehen, wie die Schüler teilweise ihren Eltern ähneln – häufig nicht nur in körperlichen Merkmalen, sondern auch im Verhalten. Anschliessend ergeben sich jeweils verschiedene kürzere oder längere Gespräche, wobei es schwierig und wahrscheinlich auch nicht die Idee ist, individuelle Probleme der Schüler zu besprechen. Erstens hören ja noch andere zu und zweitens hat man die Schüler evtl. erst knappe 20 Lektionen erlebt, womit man gar noch nicht so viel sagen kann. Für ein gutes Lehrer-Schüler-Eltern-Dreiecks-Verhältnis ist es aber wahrscheinlich trotzdem förderlich. Ein wiederkehrendes Szenario an so einem Elternabend ist für mich als Physiklehrer allerdings, dass ich auf den praktisch immer ungenügenden Notenschnitt in der ersten Prüfung angesprochen werden. So nebenbei ist das auch ein wiederkehrendes Szenario an Notenkonferenzen. Irgendwie geistert in den Köpfen von vielen Menschen (auch Lehrern) immer noch herum, dass man keine ungenügenden Schnitte machen darf – und wenn es passiert, dann liegt es sicher auch ein bisschen (oder nur) am Lehrer. Vorne weg: Egal in welcher Lebenssituation – die Haltung, dass es (was auch immer) „an anderen“ (z.B. dem Lehrer) liegt – aber nicht einem selbst, ist in meinen Augen einer der schlimmsten Bremsklötze für das eigene Fortschreiten und besser werden. Meiner Erfahrung nach gibt es auch nur sehr wenig, wo man nicht selbst mehr Einfluss darauf hat als äussere Umstände. Gerade im Umfeld Schule ist es sehr verlockend, die Schuld von sich weg auf einen Lehrer zu schieben. Sicher, die Lehrer sind ebenso wenig unfehlbare Wesen wie die Schüler und alle anderen  Menschen inkl. dem Papst. Allerdings ist das Lehrer-Schüler-Verhältnis von vorne herein und in unausgesprochenem gegenseitigem Einvernehmen ein asymmetrisches: Es geht nicht in erster Linie darum, dass der Schüler dem Lehrer weitergibt, was er bei ihm als Fehler erkennen kann, sondern umgekehrt. Genau genommen kommt der Schüler sogar deswegen zur Schule, weil er ja etwas lernen will. Er kommt idealerweise mit der der chinesischen Kurzgeschichte entsprechenden leeren Tasse zum Lehrer und will sich Wissen einfüllen lassen. Er kommt nicht mit einer vollen Tasse und schüttet die bei jeder Gelegenheit vor dem Lehrer aus. Das muss man teilweise leider nicht nur Schülern, sondern auch Eltern klar machen. Auch was die ungenügenden Schnitte angeht, herrscht Aufklärungsbedarf. Es wäre sehr einfach, eine paar Prüfungsfragen niederzuschreiben und dann nach einer Prüfung den Schnitt so zu manipulieren, dass man so plus minus eine 4 hat. Das mache ich aber nicht. Ich überlege mir vorher, was Gymnasiasten in z.B. der vierten Klasse können müssen. Sollten 16-jährige an der auf normalem Bildungsweg höchsten für sie möglichen Schule wissen, wie man ausrechnen kann, was eine Kugel mit einem Kubikmeter Volumen für einen Durchmesser hat, oder nicht? Ist es genügend, wenn man eine ganze Reihe solcher Fragen nicht beantworten kann? Welche Kategorie von Fragen müsste man beantworten, um das Prädikat „gut“ (also 5) zu verdienen? In meinen Augen gibt es einen sehr guten Indikator (nicht Test), der ein wenig darauf hinweist, ob Prüfungen in dieser Hinsicht gut zusammengestellt wurden oder nicht: Die Standardabweichung. Die sagt aus, wie stark die Noten gestreut sind. Wenn in einer Klasse mit 20 Leuten die Noten praktisch gar nicht gestreut sind und eigentlich alle bis auf drei Ausnahmen eine 4.5 oder eine 5 haben, dann ja, kann das einer der seltenen Fälle sein, wo man wirklich einmal eine sehr homogene Gruppe hat, aber meistens ist es so, dass man einfach so schlechte Aufgaben gestellt hat, dass diese es nicht wirklich zulassen, zwischen verschiedenen Leistungen zu differenzieren. Ich persönlich schaue darauf mehr als auf den Schnitt. Und wenn ich den Eltern zusätzlich noch anbiete, ihnen anschliessend an den Elternabend oder gleich jetzt zu erklären, was man denn so können müsste und dass sie das nach 10 Minuten verstanden hätten, dann lehnen sie immer dankend ab und sind mit mir in einem Boot. Wir versuchen weiterhin zusammen, das Beste aus den Schülern bzw. ihren Kindern herauszuholen.

Und dann war ich auch am Freitag abends noch an der Schule. Der „Chlausabend“ ist für mein Empfinden einer der besten Events bei uns. Praktisch die ganze Schülerschaft kommt an diesem Abend in den Theatersaal und die Securitas am Eingang muss sogar jedes Jahr etliche nicht zugelassene, ehemalige Schüler abweisen. Auch die Lehrerschaft ist jeweils praktisch komplett anwesend, um sich während gut vier Stunden die verschiedenen Produktionen genannten Beiträge und Vorführungen der Schüler anzusehen. Mittlerweile sind gefühlt gut die Hälfte dieser Beiträge oder Vorführungen eigens produzierte Filme – aber es gibt immer auch musikalische, sportliche, spielerische, witzige oder parodische Beiträge. Insgesamt wie gesagt sehr gelungen. Zwar hat es der Mannequin Challenge, den ich mit einer meiner vierten Klassen gemacht habe, nicht in die Auswahl der gezeigten Videos geschafft, aber ich durfte dafür gegen einen Mathelehrer zu einem Mathebattle antreten. Es war von vorneherein schon unter den Schülern ausgemacht, dass ich das verlieren sollte, also haben wir beide da mitgespielt. Wenn dann nach der 720. Nachkommastelle von π  gefragt wird…

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… dein Gegner sagt, „ich habe Null-Ahnung“ und der Moderator schreit „Ja, sehr gut, Null ist tatsächlich die 720. Stelle!“ – dann weisst du nicht nur, dass du verlieren sollst, sondern auch noch wie…

Den Schülern einmal die Regie zu überlassen, ihnen ein Spielfeld für die Organisation von Events zu geben, ihnen die Narrenfreiheit zu geben, den Lehrern einmal den Spiegel vorzuhalten und ihre Aussensicht mitzuteilen, ihnen die Möglichkeit geben  sich kreativ zu verwirklichen und so erst noch Geld für die Maturareise zu verdienen – all das schafft dieser Event. Und so ganz nebenbei fördert er (wie die etlichen Ehemaligen, die versuchen rein zu kommen, beweisen) den guten Ruf der Schule unter ihren ehemaligen Schülern und damit auch in der Bevölkerung. Top.

11. Schulwoche: Kernkraftwerke

Dass mich Schüler nach politischen Ansichten fragen gehört mehr oder weniger zum Alltag und ehrlich gesagt mag ich es, sie in ihren Ansichten herauszufordern. Weil das Schüler-Lehrer-Verhältnis irgendwie in der Psyche des Schülers a priori bewirkt, dass dieser sich selbst nicht komplett auf Augenhöhe einschätzt, zeigt der Schüler selbst gegenüber Standpunkten, die seinen eigenen total entgegenstehen, eine gewisse Offenheit. Und eigentlich ist genau diese Offenheit eine der Grundvoraussetzungen, um etwas zu lernen oder sich selbst und sein Verständnis von der Welt zu erweitern. Mit „Erwachsenen“, Lehrerkollegen oder privaten Kollegen sieht das verständlicherweise anders aus. Da glaubt bald einmal jeder, mindestens gleich gut Bescheid zu wissen, wie der andere – und statt sich hälftig mitzuteilen und hälftig die Mitteilung des anderen wirklich aufzunehmen, konzentriert man sich auf reines Überzeugen des Gegenübers. Angesichts dessen hat es mich diese Woche sehr überrascht, dass ich gleich viermal(!) in der Lehrercafeteria auf die bevorstehende Abstimmung über den Atomausstieg angesprochen wurde. Dabei hoffe ich nicht, dass man mich in dieser Frage als in einer Art Überlegen betrachtet, denn auch ein Physiker hat auf diese Frage keine Antwort, welche von allen bei entsprechendem Wissen anerkannt werden würde. Trotzdem interessiert man sich dafür, was Physiker dazu zu sagen haben, was schon einmal gut ist. Und zwar insofern gut, dass bezüglich Atom- bzw. Kernkraftwerken (Physiker bestehen darauf, dass sie richtigerweise Kernkraftwerke genannt werden sollten) nach wie vor sehr wenig wirkliches Wissen vorhanden ist. Das merke ich jedes Jahr, wenn ich im 2. Semester in der 6. Klasse zum Thema Kernphysik vor allem über Radioaktivität und Kernkraftwerke rede. Kaum jemand weiss, was Radioaktivität ist, was beim Zwischenfall in Tschernobyl wirklich passiert ist (ein bewusst eingeleiteter, schief gegangener Test wegen des kalten Krieges), wie viele Tote und Krebskranke es deswegen wirklich gegeben hat (erstaunlich wenige nämlich), warum Tschernobyl bis heute nicht bewohnbar ist (in erster Linie weil die Kernschmelze des Kraftwerkes noch immer dort ist – und nicht weil die Umgebung selbst so „verstrahlt“ ist), wie so ein Kraftwerk funktioniert oder was genau an radioaktivem Abfall das Problem ist. Obendrauf glauben ausserdem viele, dass in Tschernobyl Wölfe mit zwei Köpfen oder Fische mit drei Augen existieren… Man gewinnt allerdings als bekennender Atomgegner jede Diskussion, wenn man sich auf den Standpunkt „Nullrisiko gibt es nicht, jedes Menschenleben ist eines zu viel“ stellt.

Yuval Noah Harari beschreibt in seinem Buch „Sapiens – A Breif History of Humankind“ (Link zu Amazon unten) die Geschichte der Menschheit in drei Revolutionen: Zuerst war die kognitive Revolution, in welcher vor etwa 70’000 Jahren unter anderem die Sprache ihren Anfang genommen haben soll, dann vor etwa 10’000 Jahren folgte die landwirtschaftliche Revolution, in welcher die Menschen sesshaft wurden und schliesslich, vor 500 Jahren, startete die wissenschaftliche Revolution, in welcher die Menschen plötzlich nie vorher da gewesene Macht über die Natur erlangten.
Harari beschreibt, dass in der landwirtschaftlichen Revolution die Frauen durch Aufgabe des Nomadenlebens plötzlich jedes Jahr ein Kind haben konnten und wegen dem Mehr an zur Verfügung stehender Nahrung die Population dadurch plötzlich stark angewachsen ist. All die Felder für all die Leute zu bestellen bedeutete unter dem Strich aber – zumindest an Arbeitsstunden gemessen – laut Harari kein lockereres Leben. Jede „Verbesserung“ des Lebens führte aber zu anderen Arbeitsverpflichtungen bis zu einem Punkt, an dem man nicht mehr zurück konnte. „Wenn durch Landwirtschaft plötzlich 110 statt nur 100 Personen ernährt werden können – welche 10 würden im nächsten Jahr zu Tode hungern, damit die anderen 100 zurück zum Nomadenleben können?“ fragt Harari. Er hält fest: Eines der eisernen Gesetzte in der Geschichte der Menschheit scheint zu sein, dass der anfänglich in einer Erfindung liegende Luxus für Einzelne zu einer Notwendigkeit für eine Gesellschaft wird und damit neue Verpflichtungen erzeugt. Bis zu einem Punkt, wo es kein zurück mehr gibt.

Bezüglich elektrischer Energie scheinen wir in einer ähnlichen Lage zu sein… Die im Jahr 2000 noch mehr oder weniger ernst gemeinte Idee von einer „2000 Watt Gesellschaft“ gilt schon lange nicht mehr – zu so wenig Energieverbrauch zurück werden wir es nicht schaffen. Stattdessen versucht man heute CO2-Ziele mit ähnlich schlechtem Erfolg zu realisieren. Natürlich findet niemand Kernkraftwerke die Non-plus-ultra-Lösung. Aber es ist auch niemand wirklich bereit, „sein Leben“ aufzugeben. Selbst wenn er es wäre (Gespräche mit solchen Leuten zeigen mir, dass sie dabei zudem sehr vieles übersehen) – es gibt wie schon bei der landwirtschaftlichen Revolution kaum noch ein zurück als Gesellschaft. Zu stark sind wir alle miteinander verwoben, zu stark hängt alles von allem anderen ab – und zu stark hängt alles von elektrischem Strom ab. Ohne den Glauben an unsere politischen Systeme oder Institutionen verloren zu haben kann man daher getrost sagen: Die Kraftwerke werden gebaut oder zumindest nicht abgestellt, wenn es wirklich Engpässe gibt. Ob es die gibt oder nicht ist schwierig zu sagen, weil politische Spielereien dabei sind, weil es Modelle mit vielen unbekannten Grössen sind und weil wir zumindest aktuell noch keinen realen Engpass haben. Auch welche ähnlichen Probleme andere Energieformen evtl. mit sich bringen ist noch nicht wirklich klar. Selbst ob unsere Gesellschaft, welche aussergewöhnliche Dinge wie Negativzinsen oder die Subvention von der Energieform Wasserkraft erlebt, aktuell gerade in einer weiteren kleinen Revolution steckt, lässt sich immer erst retrospektiv sagen.

Auch die Weltmeisterschaft im uralten Spiel Schach kommt heute ohne Strom kaum aus. Zu Zeiten des ersten anerkannten Weltmeisters Wilhelm Steinitz, also kurz vor 1900, kamen auch die ersten elektrischen Glühlampen auf. Ich habe nicht herausgefunden, ob an dieser ersten Weltmeisterschaft 1886 (also vor 120 Jahren, damals ebenfalls wie aktuell gerade in New York) solche elektrischen Glühlampen verwendet wurden. Sicher ist nur, dass aktuell an der Schachweltmeisterschaft in New York nicht nur das Licht elektrisch betrieben wird. Ich kann zu Hause von meinem PC aus die Spieler mit einer 360°-Kamera spielen sehen, ich bekomme die Zeit auf den digitalen Uhren bis in mein Büro mit ebenso wie die Analysen der verschiedenen Grossmeister, was die verschiedenen Schachprogramme auf den Computern für Züge vorschlagen etc. Es sind unübertrieben wahrscheinlich weit über 100’000 elektrische Geräte während einer solchen Runde der Weltmeisterschaft an eben diesem Schachspiel in irgend einer Form beteiligt. Trotz diesem ganzen technischen Fortschritt ist aber eine Sache geblieben: Die Psyche des Menschen kennt auch heute noch die gleichen Schwächen wie vor 120 oder 12’000 Jahren. Wenn der aktuelle Titelverteidiger Magnus Carlsen an der Pressekonferenz nach einem verlorenen Spiel davon läuft sieht man, dass der Fortschritt der Gesellschaft als Ganzes einem 25-jährigen Carlsen nicht viel nützt. Jeder Mensch muss die wesentlichen menschlichen Dinge alleine über Erfahrung lernen. Carlsen nützt es nichts zu lesen oder zu wissen, dass alle Weltmeister vor ihm auch schon früher oder später einmal verloren haben und das kein Drama ist.  Aktuell ist Gleichstand und ich gehe davon aus, dass er den Titel verteidigen wird – wohl noch öfters – aber irgendwann kommt ein Besserer. Es ist zu hoffen, dass ihn dieses Spiel 8 darauf ein wenig vorbereitet hat und er dann nicht so erbärmlich davon läuft. Dann hätte ihm diese Weltmeisterschaft weit mehr als ein paar weitere Subtilitäten zum Spiel der Spiele beigebracht.

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10. Schulwoche: Weiterbildung

Einmal mehr habe ich mich letzte Woche mit Ehemaligen getroffen; nicht so richtig fest Ehemalige (Matura vor vier Monaten), aber dennoch Ehemalige. Dabei habe ich gelernt, dass meine Posts in diesem Blog zu lange sind. 900-1200 Wörter, welche ich so ungefähr als Ziel anstrebe, sei zu viel. Das sei ja so viel wie in einem Deutschaufsatz – einfach zu viel. Ausserdem wurde ich von der Kellnerin dort gefragt, ob ich einen Sportverein leite, dass ich immer mit so Grüppchen unterwegs sei. Physiklehrer hat sie mir nicht so recht abgenommen, aber das kenne ich ja schon…

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Abgesehen von diesem Treffen wäre die vergangene Woche eine ganz gewöhnliche Schulwoche geworden. Es gibt drum wirklich wenige Schulwochen, in welchen ein Lehrer einfach nur nach seinem Stundenplan unterrichtet – also jeden Tag genau nach Stundenplan, nichts mehr und nichts weniger. Das würde heissen, jede Klasse ist immer da, der Lehrer ist immer da und es finden keine Elternabende, keine Sitzungen, keine Konferenzen etc. statt. Von den vergangenen 10 Wochen war genau eine so für mich – die direkt nach den Herbstferien. In allen anderen Wochen haben zusätzliche Events stattgefunden. Letzte Woche war keine normale Woche, weil ich am Freitag an einer Weiterbildung gewesen bin. Ich stehe offen dazu: Weiterbildung ist zwar wichtig, aber ich bin kein sehr grosser Fan davon diesen Veranstaltungen. Deshalb gehe ich auch wenig. Ich bin ein Anhänger von Autodidaktik und wir leben in einem Zeitalter – das wissen die Schüler nur zu gut – wo man auf dem Internet (nebst vielem schlechtem Material) sehr viele gute Bildungsangebote findet. Es gibt praktisch kein Thema, für welches man nicht Foren, Trainings- bzw. Lern-Apps, Online-Bücher oder eben sehr gute Video-Tutorials, Tipps und anderes findet. Ausserdem ist an eine Veranstaltung gehen, eben ähnlich wie in die Schule zu einem optimalerweise guten Lehrer zu gehen, nur die halbe Miete, wenn überhaupt. In erster Linie bedeutet ja zu lernen (also sich irgend eine Fähigkeit anzueignen), dass man selbst etwas tut, sich selbst misst, sein Tun wieder anpasst etc., bis man in diesem Tun einen gewissen gewünschten Standard erreicht und man es Fähigkeit nennen kann. Es ist das, was praktisch alle Freaks machen, egal ob es Nerds, Skateboarder oder Spitzensportler sind. Da ist sehr viel Eigenleistung drin. Ein Lehrer kann dabei zwar helfen, weil die Aussensicht, also die Messung des Tuns, in praktisch allen Fällen genauer ist, als die eigene Beurteilung von sich selbst. Lernen an sich kann er aber niemandem abnehmen. Trotzdem habe ich mich vergangene Woche wieder einmal zu einer Weiterbildung angemeldet, vor allem aus zwei Gründen: Erstens weil sie von der ETH angeboten wurde und ich von dieser Schule eine Menge halte. Und zweitens, weil das Thema, „Mobile Geräte im Physikunterricht“, gerade brandaktuell ist. Was an Apps vorgestellt wurde, die gezeigten Möglichkeiten etc. haben nicht unbedingt überrascht – man kennt es schon aus verschiedenen Quellen. Das Interessanteste war eigentlich der Austausch mit den anderen Teilnehmern darüber, welche Schule mit diesen mobilen Geräten wie umgeht, welche Erfahrungen sie sammeln im Unterricht mit den verschiedenen Modellen, welche Probleme aufgetreten sind etc. Auch die Sicht der Professoren, dass man schon an der Türe zwischen zwei Typen von Studenten unterscheiden kann, demjenigen mit dem Ordner und demjenigen mit dem Tablet, hat für Gelächter gesorgt. Vor vier Jahren wären alles noch Ordner-Typen gewesen, und im Moment wäre ein ganz schneller Wechsel im Gange…

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Ausserdem gab es diese Woche wieder einmal – seit langem – zwei mehr oder weniger schlaflose Nächte. Die Runden 3 und 4 an der Schachweltmeisterschaft in New York waren echte Thriller. Beide Spiele haben knapp nicht 7 Stunden gedauert – also von abends 20 Uhr bis knapp 3 Uhr in der Nacht. Ich habe beide Male so um Mitternacht auf worldchess.com reingeschaut und bin dann hängen geblieben. Wenn man um 07:35 Uhr wieder unterrichten muss ist man dann natürlich nicht optimal erholt, aber es lohnt sich allemal. Am Dienstag hat mich am Mittag – ich war gerade in der Lehrercafeteria – direkt noch Radio Sunshine angerufen und gefragt, ob ich für’s Radio kurz etwas zur Schachweltmeisterschaft sagen könnte. Das war für mich sehr erstaunlich – erstens hatte ich mit denen nie etwas zu tun und zweitens ist die Sache mit Rivella und Schachboxen jetzt doch auch schon fast 7 Jahre her. Aber irgendwie bin ich immer noch als Boxer und Schachspieler in den Köpfen der Leute. Ich habe euch den Podcast zu meinem kurzen Beitrag einmal hochgeladen. Aktuell sind sechs Partien gespielt – alle Unentschieden. Am Sonntag geht die zweite Hälfte los – diesmal startet der Herausforderer Karjakin mit den weissen Figuren.

9. Schulwoche: New York City

Ja – ein Ereignis wie die unerwartete Wahl von Donald J. Trump zum 45. Präsidenten von Amerika – so etwas bestimmt auch locker einen Tag lang stark den Schulalltag mit. Ich bin weder Lehrer für Geschichte noch für Wirtschaft, Politik oder Englisch. Naturgesetze, wie ich sie im Physikunterricht vermittle, sind zum Glück unabhängig vom amerikanischen Präsidenten – er beeinflusst zwar über Forschungsgelder und -gesetze mit, was als nächstes herausgefunden werden könnte und in welchem Zeitrahmen das geschieht – und aktuell zittert die wissenschaftliche Welt ein wenig. Schulisch gesehen ist diese Wahl aber für mein Fach relativ belanglos. Für die Schüler wiederum ist relativ belanglos was gerade auf dem Stundenplan steht – sie verfolgen während der ersten Schulstunde die noch nicht definitive Wahl auf dem Handy mit, reden auch während allen folgenden Schulstunden untereinander darüber, geben mit körperlichen und verbalen Signalen unmissverständlich ihre Enttäuschung oder andere starke Emotionen preis und fragen dann auch unweigerlich früher oder später, was man selbst darüber denkt…

Wie verhält man sich da optimal? Mal angenommen, man ist als Lehrer wirklich total neutral. Das ist zwar kaum ein Mensch – und die Meisten wissen auch gar nicht, warum sie ausgerechnet Republikaner oder Demokraten sind… Die einen Ideen überzeugen die eine Gruppe genau so wie die anderen Ideen die andere Gruppe. Man ist mit Argumenten kaum davon wegzubringen und fühlt sich im Recht – no matter what. Solche Gruppierungen gibt es bei fast allen Fragen des Lebens – man denke an Erziehungsmethoden, Trainingsprinzipien, Heilungspraktiken, Familienmodelle, Religionen oder Lebensstile. Auch kleinere Unterbereiche wie Automotoren, Betriebssysteme für elektronische Geräte, die Frage über unsere Herkunft oder ganz einfach welches Zimmer-System an unserer Schule herrschen soll kennen meist zwei Lager. Selbst die von vielen als unangreifbar und als über alle Zweifel erhaben angesehene Wissenschaft kennt diese Gruppierungen auf praktisch jedem Gebiet, weil sich überall Verschwörungstheoretiker und alternative Denker tummeln, die zu praktisch allem erdenklichen eine diametral abweichende Erklärung haben: Menschen waren nicht auf dem Mond, die Klimaerwärmung gibt es gar nicht, wir stammen nicht vom Affen ab, … Die Liste liesse sich beliebig erweitern. Fairerweise muss man sagen, dass die Geschichte zeigt, dass immer wieder einer dieser Querdenker recht hatte (bzw. seine Ideen plötzlich zur vorherrschenden Meinung wurden) – was häufig auch erst nach seinem Tod erkannt wurde. Ein gutes Buch zu diesem Thema habe ich unten verlinkt – und ein berühmtes Beispiel ist die Theorie der Plattentektonik, welche sich erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchsetzte. Was ich damit sagen will: Selbst auf wissenschaftlichen Gebieten, wo man vermeintlich eindeutige Experimente macht und Fakten sammelt, gibt es eben Interpretationsspielraum. Bei Weitem nicht so viel wie manche uns weis machen wollen und selten hat einer dieser Leute recht – aber es kommt vor. Es wird zwar immer schwieriger etwas Neues herauszufinden und alte Naturgesetze sind relativ sicher vor grundlegenden Revolutionen, da sie durch verschiedenste Experimente sehr gut untermauert sind – trotzdem müssen selbst Wissenschaftler zugeben: So wie es aussieht kennen wir über 90% unseres Universums nicht. Wir nennen dieses unsichtbare Zeug, auf welches wir starke Hinweise haben, dunkle Energie und dunkle Materie. Aber wir müssen nicht unbedingt in die Ferne schauen, um dieses Phänomen zu erleben. Auch unser Hirn, Bewusstsein oder Leben an sich verstehen wir so gut wie gar nicht.  Da wo es nicht abschliessende Erkenntnisse oder eindeutige Antworten gibt, wird man immer recht ausgeglichene Lager verschiedener Ansichten haben.

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In menschlichen Fragen des Zusammenlebens – und damit hat diese Präsidentenwahl sehr viel zu tun – gehen die Ansichten noch weiter auseinander als sie es schon in wissenschaftlichen Bereichen tun. Die Demokratie, also per Abstimmung eine (vorübergehende) Antwort zu finden, ist in solchen Fragen ein gutes Instrument. Auch das ist wissenschaftlich gut untermauert: Fragen, welche keine wirkliche oder offensichtliche Lösung haben (die entweder jeder oder zumindest speziell trainierte Leute reproduzierbar angeben kann/können) werden durch  Intelligenzen von Gruppen am Besten gelöst. Das Buch „The Wisdom of Crowds“ (ich habe es unten verlinkt) gibt darüber ausführlich Auskunft. Es war das Thema meiner Maturarede im Jahr 2015.

Nun haben in Amerika über 59 Millionen Leute einen Mann zum 45. Präsidenten von den USA gewählt, der 59 Millionen anderen Leuten nicht passt – dezent ausgedrückt. Wenn Wisdom of Crowds, also die Schwarmintelligenz, hier stimmt (und 59 Millionen sind selten grosse Schwärme von Menschen) ist das in etwa so zu verstehen: Beide Wahlen sind etwa gleich gut oder gleich schlecht. Wenn eine Gruppe die andere Gruppe anfängt als dumm hinzustellen, als minder intelligent, versucht herauszufinden ob eher gebildete oder ungebildete Leute in dieser oder der anderen Gruppe sind – so sollen sie sich sagen lassen: 1. Schwarmintelligenz funktioniert umso besser, wenn die Streuung der Merkmale der Gruppe (also auch der Intelligenz) gross ist, 2. sagen die Statistiken über die Wähler aus (man kann sie online abrufen), dass es zwar Unterschiede gibt, aber von allen Merkmalen sehr viele Wähler auf beiden Seiten waren – oh Wunder – auch 42% Frauen Trump gewählt haben (und 41% Männer Clinton)  etc. und 3. sind auch diese Statistiken, welche ja auf nachträglichen Umfragen beruhen, etwa ebenso ernst zu nehmen wie die („völlig falsche“) Umfrage über den Ausgang der Wahl im Vorfeld… Neutral gesehen muss man also sagen: Es spielt wohl nicht so eine Rolle, wer Präsident wurde – lasst uns aber dem Wahlsystem und damit der Intelligenz von Gruppen vertrauen und schauen, was Präsident Trump als Fakten schafft die nächsten vier Jahre – dann kann man über ihn wieder befinden. Von Obama war man ja schon vor Amtsantritt sehr begeistert, er bekam direkt im ersten Präsidialjahr 2009 den Friedensnobelpreis… Gemäss Regression zum Mittelwert – ein knallhartes Gesetz in der Natur – konnte er also auf Dauer nur an Ansehen verlieren. Ein Stück weit hat das gestimmt. Trump startet tiefer… Man darf gespannt sein.

Wie schon gesagt: Kaum jemand hat eine neutrale Position. Die meisten Leute befinden sich in einem der beiden Lager – und Mainstream war über Monate hinweg das Clinton-Lager. Trump war vom nicht ernst zu nehmenden Aussenseiter zum Gewinner durchmarschiert. Es war also von Anfang an einfacher, sich zu Clinton zu bekennen als zu Trump. Deshalb sind wohl auch die Umfragen dermassen falsch gewesen. Das Problem wurde über die Monate von Trump selbst noch verschärft – von ihm sind, teils auch lange zurückliegende Aussagen aufgetaucht oder neu gemacht worden, mit denen man einem Politiker problemlos einen Strick drehen könnte. Erstaunlich ist, dass ihn trotzdem 42% der Frauen gewählt haben, Clinton aber nur 41% der Männer (zugegeben, der Unsicherheitsbereich wird grösser sein als ein Prozent). Aber die Resultate zeigen: Die 59 Millionen werten ihn nicht als Sexisten – sondern, als normalen Menschen, der auch einmal eine unbedachte Äusserung von sich gibt. Auch den Rassismus-Stempel drücken ihm 59 Millionen nicht ernsthaft auf, man denkt wahrscheinlich, „solange wir Landesgrenzen mit einer Staatszugehörigkeit haben und auch zu Hause unsere Türe abschliessen, ist die Idee der Mauer zu Mexiko rein vom symbolischen Gehalt her gar nicht so verkehrt.“ Und von Rauchern wissen wir, dass man ohne ein schlechter Mensch zu sein gut denken kann, „ach ein paar Zigaretten machen nichts, man kann auch an etwas anderem sterben und ich habe schon oft von Leuten gehört, die rauchend 90 Jahre alt wurden“. Etwa ähnlich müssen auch die Gedankengänge zur Klimafrage sein… „Wir schaffen das (trotzdem)!“ (Randbemerkung: Die wenigsten Verteidiger der Klimaerwärmungstheorie verstehen diesen Bericht wirklich – alles was sie meistens können ist bei zwei Gletscherbildern die 10 Unterschiede finden.) Insgesamt muss man sagen, dass die perfekte Clinton, darin geübt staatlich aufzutreten und Vorträge zu halten, so viel ich weiss im Wahlkampf nie persönlich eine heikle Aussage gemacht hat – Trump hingegen sehr viele. Der einen Hälfte scheint letzteres sympathischer zu sein – einer, der auch mal (wie ich, der Wähler) einen Blödsinn macht, aber danach auch dafür mehr oder weniger gerade steht. Man nimmt den Moralisten, die Lügen, Rassismus und Sexismus so weit von sich wegschieben, dass sie für das Amt des Papstes fast besser geeignet sind als jenes des amerikanischen Präsidenten und bei jeder kleinsten Gelegenheit auf andere zeigen, die Sache nicht mehr ab. Schon gar nicht, wenn Wikileaks anfängt heikle Emails zu veröffentlichen… Wir werden sehen…

Anscheinend haben die Amerikaner vor Jahren schon einmal eine ähnliche Situation erlebt – mit Ronald Reagan. Ein Schauspieler, ein Aussenseiter – wurde Präsident! Das war kurz vor meiner Geburt, im Jahr 1981. Ich habe von ihm schon in der Biografie von Arnold Schwarzenegger gelesen (ein Schauspieler, der Gouverneur von Kalifornien wurde, einem der Grösse nach mit Deutschland vergleichbaren Staat in den USA). Er muss, mehreren Quellen nach zu urteilen, als einer der besten Präsidenten der USA in die Geschichte eingegangen sein. Ich werde jetzt in der kommenden Woche einmal dessen Biografie lesen – und auch The Art of the Deal von Trump. So dass ich nachher ein wenig Background habe…

Aus dieser Woche gibt es noch eine andere interessante Sache zu schreiben: Die Schachweltmeisterschaft hat am Freitag angefangen! Mittlerweile sind zwei Partien zwischen dem amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen und dem Herausforderer Sergej Karjakin gespielt, beide sind unentschieden ausgegangen. Und weil Donald Trump in New York City wohnt und die Weltmeisterschaft in New York City stattfindet ist das der gemeinsame Nenner der beiden ungleich gewichteten Themen in diesem Post – deshalb hat er den Titel bestimmt!

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8. Schulwoche: Physiker und Ingenieure

Vergangene Schulwoche hat bei mir mit zwei Prüfungslektionen gestartet; es waren die 489. und 490. Prüfung in meiner Laufbahn. Da ich mich im angebrochenen 10. Schuljahr befinde, kann man also von durchschnittlich gut 50 Prüfungen pro Schuljahr ausgehen (was recht gut mit der Faustregel „eine Prüfung pro Wochenlektion pro Semester“ übereinstimmt). Wenn man von durchschnittlich 20 Schülern pro Klasse ausgeht (es sind ehrlich gesagt etwas weniger), dann heisst das, dass ich so langsam aber sicher auf 10’000 durchgesehene Prüfungen zulaufe – und pro Schuljahr etwa 1’000 einzelne Prüfungen von Schülern korrigiere. Angenommen, ein Lehrer braucht dafür durchschnittlich 10 Minuten (es sind wohl eher mehr), dann heisst das, dass man pro Schuljahr etwa 170 Stunden korrigiert – das entspricht einem Arbeitsmonat. Die 50 Prüfungen zusammenzustellen und Lösungen zu schreiben, Noten auf die Blätter zu schreiben und Noten in die Software einzutragen noch nicht mitgerechnet. Das gibt mit Sicherheit noch einmal mindestens eine Woche (mit einer Stunde pro Prüfung für diese Arbeiten ist man wohl eher an der unteren Grenze). Ausserdem möchte ich anmerken, dass ich von diesen knapp 500 Prüfungen in den letzten 10 Jahren nur gerade 4 (das ist nicht mal 1%) nicht in der nächsten Lektion zurückgegeben habe. (Dafür dann in der übernächsten.) Die 4. Klässler erstaunt das jeweils, für alle anderen ist es schon ab der zweiten Prüfung bei mir Gewohnheit. Ich mache das aus mehreren Gründen: Erstens habe ich es als Schüler gehasst, wenn Lehrer die Prüfung nicht sofort zurückgegeben haben. Zweitens finde ich, dass wenn die Aufgaben noch gut in der Erinnerung sind und man dann seine Fehler sieht oder sieht wie es gegangen wäre, man eher etwas lernt, als wenn die Sache soweit zurück liegt, dass das Interesse an der Prüfung lediglich noch in der Note besteht. Und drittens kann man von den Schülern schlecht fordern, ihren Job zu machen, wenn man ihn selbst nicht macht…

Das Interessanteste am Montag war allerdings der Elternabend – eine Information zu dem auf das nächste Schuljahr Einzug haltende System der Fachzimmer; es gibt schon einen Blogeintrag dazu, den ich kurz nach der Abstimmung darüber geschrieben habe. Ich selbst habe das Klassenzimmer-System erst an unserer Schule kennen gelernt, da ich an einer Mittelschule mit Fachzimmer-System war. Für mich war es völlig klar, dass an der Primarschule in Klassenzimmern unterrichtet wird, man dann an die nächsthöhere Schule wechselt, wo nicht nur der Stoff sondern auch „sich-zurecht-finden“ eine Stufe schwieriger wird (selbst bezogen auf das Zimmersystem) und man dann an die Universität wechselt, wo es nochmals einen Schritt weiter geht. Aber das bin nur ich. Ich habe ja schon früher geschrieben, dass es wohl für beide Systeme gute Argumente geben muss, sonst wären nicht beide Systeme so weit verbreitet. Am Elternabend waren für mich ganz andere Sachen bemerkenswert: Erstens einmal waren kaum Eltern da. Von den wahrscheinlich etwa 700 eingeladenen Elternteilen (400 Schüler, davon einige Geschwister, jede solche Gruppe zwei Eltern) waren nur gute 50 anwesend. Also keine 10%. Für diese Zahlen gibt es verschiedene Interpretationen. Insgesamt ist es für die Meisten wahrscheinlich einfach vorbei. Für die Anwesenden war es allerdings alles andere als vorbei, was für mich das zweite erstaunliche war. Der mehrfach geäusserte Wunsch war, dass man den Entscheid rückgängig machen soll. Weil es ja knapp war. Und es ja keine Argumente gibt. In solchen Momenten komme ich aus dem Staunen kaum heraus. Natürlich gibt es Argumente – aber wenn man sie nicht anerkennt weil man sich im Glauben des alleinigen Wahrheitsbesitzes wähnt, kann man das nicht sehen. Knappe Abstimmungen kennen wir Schweizer ausserdem auf nationaler Ebene zur Genüge – aber soll sich zukünftig die grössere Hälfte der kleineren Hälfte fügen? Wäre das demokratischer? (Randbemerkung: So knapp war es bei uns gar nicht.) Politischer Stillstand resultiert gerade daraus, dass man zwei gleich grosse Lager hat, beide etwas diametral verschiedenes wollen und man dann nichts von beidem richtig macht, weil beide ein wenig recht haben und die kleinere Hälfte die Ideen von der grösseren Hälfte dermassen falsch findet, dass sie deren Ideen trotz Abstimmung weiterhin mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Die dritte erinnerungswürdige Sache war, dass man im anschliessenden persönlichen Gespräch auch mit den drei grössten Gegnern schnell ein sehr wohlwollendes Klima schaffen kann und merkt – eigentlich wollen wir alle dasselbe: Die Schüler hochschulreif machen.

Am Mittwoch haben mich die 5. Klässler schon morgens früh mit einer Denkaufgabe herausfordern wollen… Ich sollte so ein Drahtteil auseinander nehmen… Diese Dinger kenne ich schon seit ich Kind bin und ich habe davon über 20 zu Hause:

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Ähnlich wie Liegestützen und Klimmzüge die Muskulatur trainieren, trainieren solche Denkteile das Gehirn. Deshalb suche ich immer wieder neue solche Denkaufgaben, um das Gehirn so vielseitig wie möglich zu trainieren. Weil ich diese Drahtaufgabe bereits kannte, wurde mir direkt eine neue Aufgabe gestellt: Wenn man in einem Raum ist (quaderförmig), und alle 6 Wände sind komplett mit Spiegeln versehen – wie oft sieht man sich dann? Ich muss ja bei solchen Fragen – genau wie die Schüler bei meinen – davon ausgehen, dass die erste intuitive Antwort evtl. falsch ist. Die wäre hier „unendlich oft“. Zumindest wenn ich rechtwinklig auf einen Spiegel sehe. Da bin ich ja nicht eingeschränkt durch die Fragestellung. Aber dann überlegt man sich, dass die Spiegelbilder ja immer kleiner werden und das Auge sie irgendwann nicht mehr auflösen kann; es kann in sechs Metern Entfernung nur noch einen Millimeter auflösen… Also sind es sicher endlich viele… Kann man mit diesem Wissen über das Auflösungsvermögens des Auges abschätzen, wie viele man sieht? Hm… Ich habe das dann mal laut vorgedacht. Und wurde dann mit der „Auflösung“ bekannt gemacht: Man sieht sich gar nicht, weil so ein Raum ja keine Lampe hat, wenn überall Spiegel sind. Klar, es gibt auch Denkaufgaben, die auf solch eher banales Zeug abzielen. Ich habe dann argumentiert, dass ich auf jeden Fall mindestens eine Taschenlampe dabei hätte – wer geht denn sonst in einen total dunklen Raum hinein? Natürlich kenne auch ich ein paar Spiegel-Denkaufgaben… Zum Beispiel: Man sieht sich in einem Spiegel. Muss man näher ran oder weiter weg gehen, damit man „mehr“ von sich sieht? Oder: Wie gross muss ein Spiegel sicher sein, damit man sich darin komplett sehen kann? Oder: Wenn du jemanden über den Spiegel siehst, sieht der dich dann auf jeden Fall auch? Ich wüsste noch mehr, aber verrate jetzt nicht schon alle…

Mit den 4. Klässlern bin ich immer noch in der „Kennenlernphase“. Das kann man daran erkennen, dass sie noch immer Fragen aus den „Top 10 der mir am Meisten gestellten Fragen“ stellen. „Trinked Sie au Alkohol?“ gehört dazu. Die Antwort ist ein entschiedenes Nein. Seit über 17 Jahren keinen Schluck. Warum begründe ich ein andermal. Von dieser Woche gibt es genug anderes zu schreiben. Kurzversion: Der Körper braucht den Alkohol im Blut etwa so wenig wie einen Nagel im Fuss.

Am Freitag kam die interessanteste Frage wiederum in einer fünften Klasse – und zwar von einer Person, die The Big Bang Theory nicht sehr gut zu kennen scheint.. Ob Ingenieure nicht schlauer seien als Physiker… In solchen Momenten weiss ich, wie Sheldon sich fühlen muss…

Ich habe es dann so zu erklären versucht:

sum_naturalnumbers

Ein Ingenieur lernt, diese Formel zu lesen und damit zu arbeiten. Die Formel sagt aus, dass wenn man alle natürlichen Zahlen von 1 bis zu irgend einer Zahl zusammen zählen will, so kann man diese Zahl nehmen, mal die eins höhere Zahl rechnen, das Ergebnis durch zwei Teilen und kommt beim Resultat an. Also alle Zahlen von 1 bis 56 zusammengezählt gibt in dem Fall:

sum1to56

Ein Physiker oder Mathematiker macht nicht solche Dinge. Er liefert dem Ingenieur diese Formeln. Er findet diese heraus. Und beweist, dass diese Formel für alle Zahlen stimmt – nicht etwa zufällig einfach für bis 1000 und dann nicht mehr. Das scheint etwas spitzfindig und überflüssig, aber bei schwierigeren Sachen ist es bei weitem nicht so offensichtlich, dass eine Formel „immer stimmt“. Leider kam die nächste Frage von einer anderen Schülerin aus dieser Klasse dann erst nach der Stunde in der 5-Minuten-Pause. Es ging um die Viskosität von Honig. Das wäre die perfekte Vorlage gewesen… Man stelle sich kurz eine Honigwabe vor:

honigwabe

Warum machen die Bienen Sechsecke? Es gibt schon länger eine Vermutung darüber (im Englischen sogar Honeycomb Conjecture genannt): Das Sechseck ist die beste Variante, eine Fläche in jeweils gleich grosse und geformte Stücke zu unterteilen und dabei am wenigsten Wachs für die Wände zu verbrauchen. Ist das wirklich so? Oder könnte es sein, dass es noch ein Muster gibt, welches besser ist? Zum Beispiel das da (zugegeben, der Vergleich hinkt, weil es zwei verschiedene Muster/Fische sind, aber man versteht so, was ich sagen will):

fischeflaeche

Kann man irgendwie sicher sein, dass nie ein besseres Muster gefunden wird?Egal wie ausgefallen und verrückt es aussieht? Die Antwort ist ja, man kann. Aber erst seit 1999. Erst dann wurde die Honigwabe-Vermutung von einem Mathematiker bewiesen. Wer will kann sich dieses PDF bei arXiv runterladen und durchsehen… Dann weiss er ungefähr, was Mathematiker und Physiker machen. Für Ingenieure oder Architekten reicht es zu wissen, dass man  – wollte man Räume mit möglichst wenig Mauersteinen unterteilen – Sechsecke machen müsste…

7. Schulwoche: TV und Ehemalige

Wenn ich Emails von der Verwaltung der Schule weitergeleitet bekomme, handelt es sich meist um Werbung von irgendwelchen Lehrmittelfirmen oder sonstige naturwissenschaftlich verwandte Newsletter. Deshalb war ich am Montag morgens, als ich auf die Schüler wartend am Handy die neuen Emails durchgesehen habe, recht überrascht, dass da eine mit dem Betreff „Maturarede“ dabei war. Da lässt ein ehemaliger Kollegi-Schüler – er hat vor 50(!) Jahren hier die Matura gemacht – ausrichten, dass er meine Rede genossen hat und das Erdbeerdenksel sogar seinen Kindern und Maturakameraden weitergeleitet hat. Daran ist wirklich vieles erfreulich: 1. Er interessiert sich auch nach einem halben Jahrhundert noch für „seine“ Schule; d.h. er hat ein positives Bild davon. 2. Er führt mit seinen Kindern intelligente Gespräche, wenn er ihnen von einem Erdbeerdenksel erzählt. 3. Er hat immer noch Kontakt zu seinen damaligen Maturakameraden. Zu allen drei Punkten kann ich eigentlich nur gratulieren. Hoffentlich werden auch die Maturanden, welche ich in den zwei Stunden danach „empfangen“ habe, in 50 Jahren ihren Kindern noch vom Kollegi erzählen. Und wenn nicht von der Schule an sich, dann vielleicht etwas von den Dingen, welche sie dort gelernt haben. Der Lautsprecher eignet sich dafür sehr gut – schliesslich ist auch er (wie der Elektromotor von letzter Woche) ein Gerät, welches wir jeden Tag „brauchen“. Auch dann, wenn wir nicht aktiv mit Kopfhörer am/im Ohr durch den Tag laufen (eine Sache, die ich noch nie verstanden habe). Denn nicht nur Radio, Fernseher, PC und Handy oder Tablet senden über Lautsprecher Schallwellen aus, auch Durchsagen am Bahnhof, im Zug und im Bus sowie die Schulklingel stossen solche Druckluftwellen durch die Gegend, die dann unser Ohr erreichen. Alles Lautsprecher, deren Membran sich der Lorentzkraft gehorchend schnell (20 bis 20-tausend mal pro Sekunde) auf und ab bewegt. Das was bei den anschliessend empfangenen 5. Klässler aus ihrer Stunde in 50 Jahren noch als Erinnerung übrig bleiben wird ist hingegen kaum Physik: Sie machen seit Anfang des Schuljahres eine Strichliste, wie viele Fehler ich mache. (Randbemerkung: Es sind bis jetzt sechs. Wobei die Hälfte wahrscheinlich ohne einen Fehler von mir zustande gekommen ist.)

Mit den PAM-lern habe ich abgemacht, dass Wochentagrechnen an der nächsten Prüfung eine Zusatzaufgabe sein wird. Also z.B. welcher Wochentag war der 2. Januar 1578? Irgendwie sind wir dann auf meinen Blog gekommen (also diese Seite hier). Obwohl ich auf Instagram mal ein Bildchen gepostet hatte, wissen viele immer noch nicht davon. Die Hashtags auf dem Bild (#abersiepunktceha) sortieren ja auch gewollt die Leserschaft aus… Ich habe in der Stunde dann erfahren, dass RTL das Gegenteil macht und mit der Seite RTL-nau.de (in Anlehnung an RTL now) ihre Kundschaft genow abholt. Das wusste ich nicht; ich habe zwar schon gehört, dass RTL nicht gerade die intelligentesten Sendungen ausstrahlt und man sich bei verschiedenen Talkshows fragt, ob diese Dummheit der Leute dort echt ist oder gespielt, aber „Fernsehen“ liegt bei mir echt weit zurück. Erstens hatte ich als (einziges) Kind in der Primarschule keinen Fernseher zu Hause. Dann haben meine Eltern als ich in der 5. Klasse war einen gekauft – aber ich habe auch dann nur RamboKarate Kid und Karate Tiger aufgenommen und geschaut (Szene ab 46:48 gefühlte 1000 mal). Später im Studium hatte ich nie einen Fernseher im Zimmer – und seit 10 Jahren kein Ferhseh-Abo in meiner Wohnung.

klo_tv

Man würde ja eh glauben, dass Fernsehen an sich im Jahr 2016 ein wenig vorbei ist. Wer sitzt schon zu einer bestimmten, in einem Programm festgesetzten Zeit vor den Bildschirm, um sich etwas anzusehen? Das hat auch irgendwie eine psychologische Komponente. Ich will nicht, dass der Fernseher sozusagen (mit)bestimmt, was in meinen Kopf gefüllt wird und damit auch ein wenig was und wie ich denke. Ich suche mir meine Inhalte lieber selber aus. Das geht heute recht gut. Auf YouTube, Netflix, Dazn etc. kann man selbst entscheiden, wann man was schaut und damit wie man in Zukunft ist.

Selbstverständlich habe ich auch diese Woche wieder verschiedenste Fragen von ehemaligen Schülern bekommen. Darunter eine bezüglich Survival… Auf Instagram wurde folgendes Bild gesehen:

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Hier vier Gegenstände auszuwählen ist fast schon Luxus… Der eine in diesem Gruppenchat hätte Messer, Streichhölzer, Erste-Hilfe-Kasten und den Volleyball gewählt; der andere Messer, Seil, Streichhölzer und den Wasserreiniger. Es gibt viele solche Überlebens-Überlegungen-Denkaufgaben. Nicht nur für eine verlassene Insel, sondern auch für Schiffbrüchige auf dem Meer oder sogar Astronauten auf dem Mond. 10 Gegenstände, wähle aus. Was jemand auf die einsame Insel mitnimmt ist übrigens auch eine gute Frage, um die Person besser kennen zu lernen. Mir hat einmal eine gesagt, sie würde eine Zahnbürste, Kaugummi und Musik mit auf eine einsame Insel nehmen… Aber zurück zum Thema: Absolut wichtigster Gegenstand in einer Survivalsituation an Land auf der Erde hat immer ein Messer. Mit dem Messer kann man sich alle anderen Gegenstände auf der Liste früher oder später herstellen. Das Messer würde einem auch extrem bei der unmittelbar wichtigsten anstehenden Aufgabe helfen: Feuer. Ohne Feuer kann man kein Wasser und keine Pflanzen abkochen und sich so vor Infekten schützen – oder überhaupt Nahrung zubereiten. Nummer zwei wären also die Streichhölzer. Und eben… Kochen. Ein Gefäss herzustellen, in welchem man kochen kann – das wäre möglich, es gibt zig Varianten, aber das ist aufwändig. Deshalb wäre der Kochtopf die Nummer drei. Der nächste Gegenstand ist schon fast Luxus. Ich würde das Zelt wählen. Nachts ruhig zu schlafen um ausgeruht zu sein, vor der Witterung und Insekten geschützt zu sein – dafür wäre das Zelt Gold wert. Alles andere auf der Liste ist totale Nebensache. Das ist auch der Grund, warum Bear Grylls am Anfang seiner Man vs. Wild Sendungen immer sagt, dass er nur ein Messer, ein Flint (Feuerstein) und eine Wasserflasche dabei hat – nebst einem Kamerateam… Übrigens: Bear heisst eigentlich gar nicht Bär. Er heisst Edward und hat sich den Übernamen Bear selbst gegeben, im Gegensatz zu mir: Ich wurde wirklich Urs getauft, mit dem lateinischen Namen des Bären…

6. Schulwoche: Interessant ist anderes

Bei den 6. Klässlern habe ich diese Woche über etwas eher Interessantes gesprochen – den Elektromotor. Schon das Wort alleine scheint Interesse zu wecken, denn in der Elektromotor-Stunde sind wirklich immer alle dabei. Vielleicht auch, weil wir Elektromotoren täglich zumindest indirekt brauchen. Lüfter am PC, Zeitungsdrucker, Küchengeräte, Waschmaschine, elektrische Zahnbürste oder Haarfön, Bus oder Elektrovelo – die Liste lässt sich stark erweitern. Hinzu kommt, dass das Schulmodell des Elektromotors auch schon ein ziemlich beeindruckendes Gerät ist, welches trotz nur 40 V Spannung schon eine unerwartete Kraft entfaltet. Man kann sich dann gut ausmalen, was bei einem Motor an 240 V oder rund 400 V möglich ist. Ich habe die Wucht des Motors vor vier Jahren (5. September 2012, ein Mittwoch… warum ich das schreibe wird später klar) sogar selbst zu spüren bekommen, weil ich damals aus Versehen beim Erklären meinen Zeigefinger in den Rotor gehalten habe… Die Fingerkuppe ist anschliessend nur noch auf dem Rest des Fingers geschwebt. Ich habe sogar ein Bild davon:

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Auf jeden Fall ist es jedes Jahr dasselbe… Alle versuchen die „Rechte-Hand-Regel“, welche für die hier entscheidende Lorentzkraft gilt, praktisch hinzukriegen. Will heissen: Daumen auf die Stromrichtung, Zeigefinger in die Richtung des Magnetfeldes und der Mittelfinger zeit dann die Kraft an. Da man aber die Finger nicht standardmässig in rechten Winkeln hält und sie alle unabhängig in beliebige Richtungen zeigen lassen kann, bekommen das wirklich nie alle hin. Auch mit Hilfe nicht. Auch nach mehrmaligem Erklären nicht.  Auch wenn Mitschüler es mit einer „besseren“ Erklärung versuchen: Finger sortieren bleibt für viele ein Challenge. Das toppt sogar die Frage, ob das Erdmagnetfeld überall nach Norden zeigt… (Ja, tut es. Zumindest ist das die Antwort darauf, wie die Frage gemeint war. Ansonsten ist die Antwort nein. Alleine schon deshalb, weil der geografische Norden nicht mit dem magnetischen Süpol dort übereinstimmt. Der wandert nämlich ziemlich fest.)

Bei den 5. Klässlern geht es nach wie vor um Kreisbewegungen. Und dabei diskutieren wir immer wieder ein wenig Raumfahrt. Zwar kommt wahrscheinlich der Traumberuf Astronaut bei 17-Jährigen nicht mehr ganz so oft vor wie bei 5-Jährigen – aber interessant ist es allemal. Mittlerweile ist den 5. Klässlern klar, dass man eine Rakete am Besten in der Nähe des Äquators startet, weil sie so durch die Rotationsgeschwindigkeit der Erde eigene Geschwindigkeit mitbekommt. Gratis sozusagen. Es ist auch klar, dass Astronauten in einer Raumstation – entgegen der häufigen Annahme – nicht wirklich schwerelos sind. Die werden von der Erde angezogen! In Wirklichkeit sogar etwa gleich stark wie wir hier unten auf der Erde (sie sind ja auch nur etwa 400 km in der Höhe). Sie sind nur so schnell, dass sie immer an der Erde vorbei fallen. Aber sie fallen; mit fast 9.81 m/s2, wie wir. Und daraus ergab sich diese Woche eine interessante Frage: Was passiert, wenn man einen Stein aus der Raumstation auf die Erde herunter werfen will? Wo landet der? Ich will hier nicht zu viel verraten, wen’s wirklich interessiert kann hier nachlesen oder dieses Video schauen:

Um Werfen ging es auch am Dienstag – in der ersten Prüfung meiner neuen PAM-ler, der zukünftigen Elite also. Sagen wir es so: Es ist noch ein langer Weg… Aber definitiv nicht aussichtslos.

Wenn nicht gerade Prüfung ist, also in normalen Schulstunden, ist aber meist interessant, was nicht gerade Schulstoff ist. Dabei geht es nicht mal um schwierig oder einfach. Angenommen ich sage beiläufig einem Schüler, dass sein Geburtsdatum (28. August 1998) ein Freitag war, so sind alle sofort voll dabei. Wie macht er das? – Ich verrate diesen Trick eigentlich ähnlich ungerne wie denjenigen, wie man Wurzeln auf 3 bis 4 signifikante Stellen berechnen kann (natürlich im Kopf) . Aber das interessiert die Leute; so wie die Geschichte, wie ich schwimmen gelernt habe oder mein Schlafverhalten. Das wurde in meinem ersten Schuljahr nämlich getestet. Während dieser Geschichte sind wir auf die (beste) Fernsehserie (überhaupt) „24“ gekommen, welche mittlerweile schon so alt ist, dass sie nicht mehr alle Schüler kennen. Das ist grob erstaunlich und daran merke ich, dass ich tatsächlich auch älter werde. Diese Serie habe ich nämlich die ganze Nacht hindurch geschaut vor meinem Bewerbungsgespräch am 13. Dezember 2006 (es war ein Mittwoch). Das ist fast genau 10 Jahre her. Welche Serien gerade in sind (z.B. Black Mirror, Game of Thrones, Vikings oder Ähnliches) und da ein wenig mitreden können –  das ist als Lehrer irgendwie wichtig und geht fast schon unter Vorbereitung.

Unter Vorbereitung geht auch, in China einen 10 Watt Laser zu bestellen. Einen, mit dem man Streichhölzer knapp anzünden kann. Vielleicht kann man ihn einmal verwenden für eine Maturaarbeit, irgend ein Signal auf den Laser modulieren und durch die Gegend schicken. Fällt mir gerade ein, weil ich diese Woche die 23. Maturaarbeitsdokumentation erhalten habe, darin geht es darum, wie man sich selbst ein Periodensystem mit realen Proben der Elemente herstellen könnte. Diese Dokumentation habe ich am Wochenende ein erstes Mal gelesen. Lehrer arbeiten eben auch am Wochenende.

2. Ferienwoche: Höchstalter

Ich habe wirklich täglichen Kontakt mit ehemaligen Schülern (Mehrzahl). Vergangene Woche wurde ich z.B. gefragt, ob das „Physikzeug in Big Bang Theory“ stimmt, wie das mit dem täglichen Wassertrinken ist, ob ich Volleyball spielen kann, ob ich bei Differentialgleichungen helfen kann, was man bei zu hohem Blutdruck machen könnte, wie ich mit einem speziellen (Primar-)Schülerverhalten umgehen würde, ob ich einmal jemandem erklären könnte, wie man am Besten mit Kämpfen anfängt etc. Ich habe aber nicht nur in sozialen Netzwerken oder in einem der vielen Instant-Messaging-Apps Kontakt, sondern auch persönlichen. Viele Ehemalige kommen regelmässig oder unregelmässig zum Training vorbei, andere zum Billard und erzählen aus ihrem zwischenzeitlich Erlebten. Und weil gesundes, langes Leben von vielen als eines meiner Lieblingsthemen wahrgenommen wurde, bekomme ich natürlich auch sofort mehrfach Fragen oder Hinweise, wenn 20 Minuten wie letzte Woche so etwas schreibt: Ist mit 125 Jahren wirklich Schluss? Dabei geht es gar nicht so sehr darum, ob mit 90, 125 oder 140 Jahren Schluss ist. Denn – das ist sicher – irgendwann ist Schluss.

Der 20-Minuten-Artikel zeigt gut auf, mit welcher Art „Wissenschaft“ die Bevölkerung täglich in Kontakt kommt. Mich berührt das ehrlich gesagt nicht so, solche Artikel ziehen meine Aufmerksamkeit gar nicht erst auf sich, weil ich zu solchen Themen 20 Minuten höchstens zu meiner Belustigung konsultiere. Der Reihe nach: Unter Forschern ist ein Streit darüber entbrannt, wie lange ein Mensch leben kann. Eher unwahrscheinlich, Forscher streiten selten. Die einen setzen das Limit bei 125 Jahren an, andere halten das für Mumpitz. Mumpitz, soso. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch jemals älter als 125 Jahre werde, sei extrem gering. No kidding? Dafür braucht man doch keine Wissenschaftler. Oder wie viele Leute um dieses Alter herum kennt ihr so? Eben, auch keine. Also ja, die Wahrscheinlichkeit ist gering. Nun wird auf Nature verlinkt. Nature ist ja die interdisziplinäre Fachzeitschrift überhaupt. Folgt man dem Link, findet man sogar die Wahrscheinlichkeit: the probability of a person exceeding 125 in any given year is less than 1 in 10,000. Mit anderen Worten 125 zu werden ist viel wahrscheinlicher als im Lotto zu gewinnen! Sehr viel sogar: Im Schweizer Lotto „Swisslos, 6 aus 42“ beträgt diese Wahrscheinlichkeit 1 zu 6.3 Millionen. Das verstehe ich unter „extrem gering“. 1 zu 10’000 ist dieselbe Wahrscheinlichkeit wie jene, dass man beim Anziehen der Hosen verunfallt und ins Krankenhaus muss (ohne Witz). Weiter: Der Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung im deutschen Rostock, James Vaupel, hält dagegen: Die Studie trage nichts zum wissenschaftlichen Verständnis davon bei, wie lange wir leben. Ja, das sehe ich ähnlich wie dieser Direktor. Es sind empirische Studien, man schaut rein statistisch wann wo von wie vielen Leuten welches Alter erreicht wurde. Aber was möglich ist beantwortet man dadurch nicht.

Die Rangliste der Todesursachen bei über 65-Jährigen sind Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Tumorkrankheiten, Pneumonien und Atemwegsinfekte. Die Daten habe ich aus dem Buch Physiologie kompakt (Link siehe unten), schon etwas älter aber viel wird sich da kaum geändert haben. Wichtig: Das sind alles Krankheiten. Dass diese Krankheiten ihre Ursache im Alter haben muss nicht sein. In anderen Worten: Zwar treten diese Krankheiten mit zunehmendem Alter eher mit tödlichen Folgen auf (die beiden Dinge Alter und Krankheit korrelieren also), aber es muss keine direkte Kausalität dahinter stecken. Es könnte ja sein, rein hypothetisch, dass der Körper nicht wegen der grösser werdenden Kerzenzahl auf dem Geburtstagskuchen eher krank wird, sondern dass er diese einfach schlechter bekämpfen kann. Das wiederum, weil er weniger Reserven hat. Das wiederum, weil er über Jahre schlecht bewegt und versorgt wurde. Mittlerweile ist das auch etwas mehr als eine Hypothese. Es gibt starke Hinweise darauf, dass falsche und schlechte Ernährung verschiedene Zivilisationskrankheiten zumindest stark begünstigen – vorsichtig ausgedrückt.

Wie so eine optimale Versorgung und Bewegung des Körpers auszusehen hätte, wäre noch zu klären. Aber angenommen, das würde die ganzen Krankheiten, welche bei Alternden zum Tode führen, tatsächlich verhindern – würde man dann ewig leben? Nein. Und ich staune, dass das keiner von den Zitierten im 20 -Minuten-Artikel erwähnt hat. Weil das eigentlich bekannt ist. Unser Körper besteht ja aus rund 100 Billionen Zellen, die sich vor zu über Mitose teilen, wodurch pro Sekunde 50 Millionen neue Zellen entstehen, während die alten Zellen absterben. Entscheidend ist nun, dass dieser Prozess nicht ewig dauern wird! Telomere beschränken das Prozedere: Mit jeder Zellteilung werden die Telomere verkürzt, da die DNA-Polymerase am Folgestrang nicht mehr ansetzen kann. Unterschreitet die Telomerlänge ein kritisches Minimum von circa 4 kbp, kann sich die Zelle nicht mehr weiter teilen. Irgendwann ist also Schluss. Die Geschwindigkeit der Zellteilung im Menschen wird ebenfalls durch verschiedene Faktoren (wozu auch die Ernährung, Stress etc. gehören) beeinflusst, aber trotzdem kann man berechnen, wie weit das in etwa reicht und einige Quellen geben Obergrenzen von etwa 130-150 Jahren an. Ausser jemand findet Wege, diese Zellteilungsgeschwindigkeit auch noch signifikant zu senken…

Noch entscheidender als möglichst alt zu werden ist in meinen Augen aber, wie die letzten 10 Jahre des Lebens aussehen werden, was in folgendem Kurzfilm gut veranschaulicht wird:

Und wenn ich schon bei 20 Minuten bin: Dort stand diese Woche noch etwas anderes Interessantes: Mathe-Aufgabe endete in einer Messer-Attacke. Mathe-Aufgabe und Messer-Attacke haben zu etwa gleichen Teilen meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ich komme auch mit beidem ähnlich gut klar… Es geht um die folgende Aufgabe:

Die Hälfte meiner Zahl ist die Hälfte von 400.

Vorweg: Die Lösung ist 400 – und nicht etwa wie vom Messerstecher angenommen 100. Wenn wir uns einig sind, dass „die Hälfte von 400“ nun 200 sind, so folgt: Die Hälfte meiner Zahl ist 200. „Ist“ übersetzt man gemeinhin mit „gleich“, also „=“. (Genau so wie der Satz „F ist zweihundert Newton“ die Gleichung F = 200 N beschreibt.) Die „Zahl“ wird in der Mathematik immer mit x bezeichnet. Die Hälfte ist 1/2. Damit kommen wir bei

20minx

an. Also ist die gesuchte Zahl 400. Aber was erwartet man. So eine Textaufgabe sollte wirklich jeder Mittelschüler in obige Algebragleichung übersetzen können; und diese dann selbstverständlich auch lösen können. Es gibt da viel schwierigere Textchen… Zum Beispiel jenes, mit dem mein Vater nach Hause gekommen ist, als ich in der 3. Primarklasse war:

Maria ist 24 Jahre alt.
Maria ist doppelt so alt wie Anna war,
als Maria so alt war wie Anna heute ist.
Wie alt ist Anna?

Schreibt eure Lösungen mal in die Kommentare. Inkl. wie man diesen Text in Algebra übersetzt. Ich bin gespannt…

Physiologie kompakt (Springer-Lehrbuch) (Taschenbuch)


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1. Ferienwoche: Mars

Ich kenne viele Leute, die denken, dass es nur genau zwei gute Gründe gibt, Lehrer zu werden: Juli und August. Überhaupt reduzieren viele die Lehrer auf (zu) viel Ferien und halten es für ein Gerücht, dass wir dort wirklich arbeiten. Vorbereiten heisst nicht unbedingt nur ein neues Aufgabenblatt oder eine neue Unterrichtseinheit zusammenstellen. Vorbereiten heisst auch administrative Sachen zu erledigen (davon gibt es eine Menge), aber auch immer fachlich up-to-date zu sein und einen (möglichst grossen) Wissensvorsprung zu haben. In meinen letzten Posts habe ich ja schon öfters auf die geplante anstehende Marsreise verwiesen. Da das so langsam aber sicher ernst wird, habe ich mir vorgenommen, mein Wissen darum aufzufrischen. Auffrischen, weil ich im Jahr 1996 schon einiges darüber gelesen habe. Damals hat die NASA den Mars Pathfinder Sojourner auf den Mars geschickt; das war ein Riesenereignis und in Obwalden unter anderen deswegen jedem bekannt, weil die dort ansässige weltweit operierende Firma Maxon Motor der NASA dafür Präzisionsmotoren geliefert hat. Motoren aus Obwalden sind also seit 1997 (dann ist das Teil gelandet) bereits auf dem Mars!

Eric Aguilar order 111211 Group photos in Mars Yard MER DTM, Marie Curie, MSL DTM, Matt and Wes photog: Dutch Slager

Eric Aguilar order 111211
Group photos in Mars Yard
MER DTM, Marie Curie, MSL DTM, Matt and Wes
photog: Dutch Slager

Jetzt, 20 Jahre später, ist der Mars wieder aktuell – unter anderem weil der Tesla-Erfinder Elon Musk ihn kolonisieren will, aber auch weil vor einem Jahr die Verfilmung des Romanes The Martian (Der Marsianer) in die Kinos gekommen ist. Alles rund um Elon Musk und Mars verfolge ich relativ stetig, Romane und Filme hingegen nicht so. Trotzdem – in weiser Voraussicht, dass es Schülerfragen dazu geben könnte in Zukunft – habe ich während all meinen Autofahrten in der ersten Ferienwoche das Hörbuch des Marsianers gehört und auch die Verfilmung an einem Abend (2 Stunden 21 Minuten) angeschaut… Es fängt zwar mit einem kleinen Physik-Fail an (in der 6 hPa dünnen Atmosphäre des Mars wird es kaum Stürme der beschriebenen Stärke geben, so dass die Mission abgebrochen werden muss), geht dann aber wissenschaftlich okay weiter. Das Buch ist dabei weit „chemischer“ und „technischer“ als der Film.

Jetzt aber zu den Fakten… Zu dem, was eigentlich jeder Mittelschüler über den Mars wissen muss. Erstens ist er einer von den ursprünglichen 9 Planeten unseres Sonnensystems. (Ich finde es nicht verkehrt, weiterhin von diesen 9 zu sprechen, obwohl die IAU Pluto den Status „Planet“ vor 10 Jahren aberkannt hat.) Die 9 Planeten sollte man in der richtigen Reihenfolge (d.h. in grösserwerdendem Abstand zur Sonne) aufzählen können. Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten hilft dabei als Merkspruch. Nun wäre der Mars nach der Erde der zweite Planet, auf welchen wir Menschen Fuss setzen würden. Die Zahl „2“ ist jetzt wichtig: Mars ist halb so gross wie die Erde, ein Jahr dauert dort zweimal so lang wie auf der Erde und er ist nicht ganz zweimal so weit weg von der Sonne wie die Erde (es ist etwa 1.5-mal). Alle zwei Jahre (bzw. 26 Monate für Besserwisser) kommt er der Erde sehr nahe und er hat zwei Monde (Phobos und Deimos, Furcht und Schrecken). Die Atmosphäre dort besteht vor allem aus CO2, ist aber sehr dünn. Er ist zudem rot, weil es auf seiner Oberfläche viel Rost hat (Eisenoxid) und neuere Untersuchungen zeigen, dass es unter dieser Oberfläche viel Eis gibt, also Wasser. Ein Marstag dauert ein wenig mehr als ein Erdentag und man nennt ihn Sol. Der Kriegsgott Mars ist nicht nur Namensgeber für den Planeten, sondern auch für den Monat März und Vornamen wie Marco oder Markus. Vor 20 Jahren musste man übrigens nicht über den Mars Bescheid wissen. Damals war irgendwie immer noch die Mondlandung die Messlatte für Wissen über Raumfahrt. Als Mittelschüler sollte man auch da die wichtigsten Fragen beantworten können… Wann waren Menschen das erste Mal auf dem Mond? Wie viele sind seither dort gewesen? Wie weit ist der Mond weg von der Erde? Wie gross ist er? Wie lange dauert ein Umlauf um die Erde? Das ist Basicwissen. Und da ich schon bei Raumfahrt war, hab ich mir direkt noch den IMAX-Film zur Raumstation aus dem Jahr 2002 sowie Interstellar angeschaut. Ich denke, ich bin jetzt gut auf Fragen vorbereitet…

Die zweite Sache, mit der ich mich von Berufs wegen diese Woche beschäftigen „musste“, war der Nobelpreis in Physik. Das Nobelkomitee stellt jeweils auf seiner Webseite zwei PDFs zur Verfügung, welche erklären, wofür die Preise vergeben wurden. Eines eher so populärwissenschaftlich für 20-Minuten-Reporter (5 Seiten), eines eher so wissenschaftlich für Physiklehrer (28 Seiten). Beides zu lesen und vor allem auch nachzuvollziehen – das ist echt Arbeit. Das lange PDF gefällt mir nur schon besser, weil es in LaTeX gesetzt ist. Aber zurück zum Thema: Man weiss, dass auf atomarer Ebene eine Art andere Physik gilt, als die, mit der wir (mehr oder weniger) aus dem Alltag intuitiv vertraut sind. Man nennt sie Quantenphysik. Man kann einige Effekte davon – wenn man zu sehr tiefen Temperaturen nahe es absoluten Nullpunktes wechselt – auch für das blosse Auge sichtbar machen, z.B. Suprafluidität:

Thouless, Haldane und Kosterlitz haben den Nobelpreis nun dafür bekommen, dass sie in diese Kategorie gehörende Effekte in sehr dünnen, als 2-dimensional geltenden Materialien mit einer neuen Theorie mathematisch exakt beschreiben können. Die Theorie bedient sich der Topologie, einem Teilgebiet aus der Mathematik, welches sich – für Anfänger erklärt – mit Objekten wie einem Möbiusband beschäftigt:

mobius

Das ist eigentlich ein Streifen Papier, welcher nur eine Seite hat… Wenn man einen Kugelschreiber nimmt und in der Mitte auf diesem Band der Länge nach anfängt eine Linie aufzumalen, so kommt man wieder beim Ursprungspunkt an und hat „alles“ vermalt. Man muss bzw. kann nicht wie bei einem „normalen“ Band die Seite wechseln. Es ist sehr einfach, so ein Band herzustellen und es auszuprobieren. Solche Dinge untersucht und beschreibt die Topologie. Mit solchen Theorien haben die drei Nobelpreisgewinner nun Effekte auf atomarer Ebene beschrieben.

Ihr seht – nebst den ganzen administrativen Sachen hatte ich auch in den Ferien eine Menge Arbeit…

The Martian (Movie Tie-In EXPORT): A Novel (Taschenbuch)


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