5. Schulwoche: Sonderwoche

Die letzte Woche vor den Herbstferien besteht für jede Klassenstufe aus einem Spezialprogramm. Für mich bedeutet das seit eh und je: „Neue Technik Woche“ mit den PAM-Maturanden. Dieses Schuljahr habe ich zwar keine eigene PAM-Klasse auf dieser Stufe, also bin ich nur Begleiter. DieTechnikwochen werden von IngCH organisiert, einer von der Wirtschaft getragenen Organisation mit der Idee, Ingenieur-Berufe in der Schweiz zu fördern. Das ist eine sehr gute Sache. Mittlerweile kenne ich zwar fast alle Firmen, die man in diesem Rahmen besucht, schon zwei- bis dreifach… Von Leister, Ergon Informaik, Pilatus Flugzeugwerke, RUAG, CSEM, EMPA, CKW über IBM bis zu Siemens und Schindler. Und es waren auch interessante Tunnelbaustellen dabei, in Lungern und der Kirchwaldtunnel. Unübertroffen ist die Baustelle der Durchmesserlinie am Zürcher Hauptbahnhof. Ich denke, es ist eine sehr wertvolle Sache zu hören, was ausgebildete Ingenieure in verschiedensten Berufen nach ihrem Studium wirklich den ganzen Tag tun, was sie wirklich arbeiten; genau das ermöglichen diese Einblicke. Und dann besuchen wir selbstverständlich auch verschiedene Institute an Universitäten, Fachhochschulen oder der ETH. Die Schweizer Bildungsanstalten sind in vielen Bereichen vorne mit dabei und wie der Alltag eines solchen Forschers bzw. Professors, von Doktoranden oder Master-Studenten aussieht ist – wenn man es nicht kennt – überraschend und beeindruckend zugleich. So hat es auch dieses Jahr wieder viele Gymnasiasten überrascht, dass es tatsächlich nicht gerade wenige Sheldons gibt, die teilweise an der Uni übernachten, ihre Kaffeetassen tagelang rumstehen lassen bis Schimmelpilz in ihnen ist, keinen aufgeräumten Arbeitsplatz haben – aber Spitzenforschung betreiben. Für mich selbst war das nicht mehr soo spannend, ich kenne das schon. Trotzdem nehme ich etwas Neues mit aus dieser Technikwoche: Das Wissen um das unten abgebildete Spiel Quarto:

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Quarto wurde von einem Schweizer Mathematiker erfunden und es ist eine Art „4 gewinnt“, nur besser. Viel besser. Die Spielsteine haben alle vier Eigenschaften: Grösse (klein/gross), Form (eckig/rund), Farbe (hell/dunkel) und Art (hohl/voll). Mit jeder Eigenschaft kann man „4 gewinnt“ machen. Speziell daran: Man gibt dem Gegner einen Spielstein, den er setzen muss und bekommt dann einen vom Gegner, den man selbst setzen muss und so weiter. Wie man auf dem Foto sieht habe ich es direkt im Zug von Luzern nach Zürich auf dem Boden sitzend gegen den davon erzählenden Schüler gespielt. In Zürich angekommen hab ich das Spiel direkt bestellt (Link zur Amazon-Bestellung ist unten), und es ist am Freitag bereits angekommen. Ich liebe es, Strategien zu neuen Spielen herauszusuchen. Vielleicht gibt es dazu einmal eine besondere PAM-Stunde… Relativ einfach sehen lässt sich, dass man anfangs einen von 16 Spielsteinen auswählen kann und diesen dann auf einem von 16 Feldern platzieren darf. Das gibt 16 mal 16 Möglichkeiten für den ersten Zug. Für den zweiten Zug kann man aus 15 Spielsteinen auswählen und diesen auf 15 noch freien Feldern setzen.  Weiter gedacht ergeben sich also

16

mögliche Spielverläufe. Wobei einige ja vorher abbrechen, weil bevor alle 16 Steine gesetzt sind ein Quarto entsteht. Ausrechnen kann man das übrigens auf Wolfram Alpha. Die grosse Frage ist jetzt, ob es eine Strategie gibt, mit der man ähnlich wie bei Tic-Tac-Toe immer ein Unentschieden herausholen kann. Daran werd ich in den Ferien arbeiten.

Übrigens, das darf in einem Physiklehrer-Blog nicht fehlen: Diese Woche hat Elon Musk (der SpaceX-Tesla-Typ, über den ich schon in der ersten Woche geschrieben habe) sein Projekt zur Kolonisierung von Mars vorgestellt… Das muss eigentlich jeder Technikinteressierte „kurz“ anschauen:

2 responses to “5. Schulwoche: Sonderwoche

  1. Der fliegende Holländer

    Hallo Urs, guter Beitrag! Vor allem das Tool Wolfram Alpha kannte ich noch nicht – ist echt noch cool.
    Freue mich auf weitere Beiträge und dadurch Neues zu lernen 😉

  2. Danke Yannick… Es geht weiter… Jeden Sonntag, 18 Uhr 🙂

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